Kurze Notiz zur deutschen Diskussion bzgl. Tragepflicht von Rettungswesten an Bord

 

Es war in Kopenhagen. Wir waren zu dritt im Dingi unterwegs. Trotz kleinerer Wellen von anderen Schiffen im Hauptkanal eine im Allgemeinen geschützte Umgebung mit dem Land in ständiger Reichweite. Wir haben es also gewagt… ohne Rettungswesten.

Vor der Oper, kurz bevor wir nach Christianshavn einbiegen wollten, kam uns dann ein Polizeiboot entgegen… was schreibe ich… es kam direkt auf uns zu. Ein kleines rotes Schild wurde hochgehalten. Keine Ahnung was da drauf stand, aber der Respekt vor der Ordnungsmacht ließ uns aufstoppen. Wir wurden dann auch sogleich freundlich angesprochen. Auf Dänisch. Meine Standardantwort „Sorry, but by Danish is really horrible!“ sorgte für den Wechsel auf Englisch. Uns wurde zunächst ganz freundlich ein dänisches Gesetz erklärt: Egal was für ein Wasserfahrzeug man gerade führt ist es Pflicht, eine Rettungsweste zu tragen!

Dann kam die Frage, von wo wir eigentlich kommen? „Germany… Berlin…“ Der freundliche Polizist lächelte… dann sei es egal. Das Gesetz gilt nur für Dänen! Auf meine Anmerkung, dass wir dann also bedenkenlos ertrinken dürfen kam die Antwort: „We don’t care!“.

Wie so oft sind uns die Dänen auch bei diesem Thema weit voraus!!!

Wie machen die Skandinavier das bloß?

Strahlend blauer Himmel. Es weht eine leichte Brise, vielleicht 2 Bft. In der Tat denken wir nicht einmal daran, die Segel auszupacken… mit über 11 Tonnen Bootsgewicht wäre das mehr Treiben als alles andere. So denken wir zumindest. Und dann sind da die Skandinavier   . Während wir also Motorboot spielen, segeln Sie nur mit dem Großsegel, als wenn es kein Morgen gäbe. Und das sind nicht nur Jollen. Auch ausgewachsene Kielboote drehen mühelos Kreise um alles, was nicht mit mindestens 6 Knoten das Weite sucht. Der nicht vorhandene Motorkegel zeigt auch ganz klar, dass die „Eiserne Genua“ schweigt… also nur unter Segeln!!! Wir müssen echt noch viel lernen, bis wir auch nur annähernd so gut segeln können.

P.S. Und was sind eigentlich Ankerbälle? ;-)

Winterblues

Nun ist der letzte Törn auch schon wieder mehr als vier Monate her. Von Rødbyhavn sind wir noch die Warnow hoch in den Rostocker Stadthafen gefahren. Die Liegeplatzsuche war natürlich wieder sehr entspannt. Dafür hat man Dank der Möwen auch dem Steg die Nachsaison schon deutlich angesehen… nächtlicher Slalom auf weiß marmoriertem Untergrund.

Wieder in Kühlungsborn angekommen haben wir dann gleich am „Wintersteg B“ festgemacht. Segel und Sprayhood abgeschlagen, alle Leitungen frostsicher gemacht, Polster und Matrazen ausgeräumt… so liegt sie nun da im Winterschlaf.

Einen kurzen Besuch in Düsseldorf war auch dieses Jahr wieder möglich. Dank an Nils für die Organisation eines wirklich netten Eigner- und Blauwasser-Treffens am Allures-Stand. Gute Gespräche, viele Anregungen und natürlich weitere Pläne für die Vorbereitung… es sind nur noch 15 Monate! Dieses Jahr sollten also schon noch eine Punkte der langen Liste abgearbeitet werden.

Inzwischen ist es März und wir haben immer noch Frost. Trotzdem soll es in der Woche nach Ostern endlich mal wieder an Bord gehen: Saisonvorbereitung!

Und einige Eckpunkte für 2018 stehen ja auch schon fest:

  • ab 27. April erster Familien-Frühlingstörn
  • 11.-13. Mai Trans Ocean Sommertreffen in Orth/Fehrmarn
  • 25.-27. Mai Ancora Boat Show in Neustadt
  • Juli/August Sommertörn an der Schwedischen Westküste

 

Und noch ein Segler-Blog

Nach über einem Jahr im Wasser hat nun also auch unsere SY Samai einen eigenen Blog. Wurde aber auch Zeit! Natürlich muss noch etwas daran gefeilt werden. Neue Fotos kommen sicher kurzfristig dazu, weitere Einträge dann im Juli auf unserem Sommertörn nach Norwegen. Bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel… also wenn man nicht gerade trocken fallen möchte.