Weltumsegler-Workshop der Bundespolizei

Es gibt in der Tat ein Piraten-Präventionszentrum bei unserer Bundespolizei. Der Fokus liegt natürlich auf der Berufsschifffahrt, aber auch wir Freizeitskipper sind den Kollegen alles andere als egal. Es gibt verschiedene Angebote, so zum Beispiel eine Lageeinschätzung für bevorstehende Segelreisen. Dafür muss man nur ca. 2 Wochen vorher eine kurze Anfrage schreiben und erhält dann zeitnah einen mehrseitigen Bericht mit allen aktuellen, sicherheitsrelevanten Informationen für das geplante Revier.

Und dann gibt es noch den „Workshop für Weltumsegler“, der Anfang dieses Monats schon zum sechsten Mal in Neustadt/Holstein stattfand. Ursprünglich nur einmal im Jahr, wurde wegen der großen Nachfrage letztes Jahr erstmals ein zweiter Termin angeboten. Und dieses Jahr sind beide Termine auch vollständig ausgebucht. Bei Interesse also frühzeitig anmelden, wir hatten das bereits letzten Juni erledigt.

Der Workshop dauert einen Tag und wurde für längere Anreisen günstig auf Samstagmittag bis Sonntagmittag gelegt, mit geselliger Abendrunde im Brauhaus. Nach einer Vorstellung der Kollegen wurden in verschiedenen, sehr kurzweiligen Vorträgen verschiedene Themen behandelt, z.B.

  • Gefahren während einer Weltumseglung
  • Erkenntnisse zu verschiedenen Seegebieten
  • Psychologische Belastungen bei einem Raubüberfall
  • Vorbereiten von Gefahrenabwehrplänen
  • Technische Präventionsmöglichkeiten
  • Verhaltensregeln bei Antreffen von Flüchtlingen
Drinnen…

Einleitende Worte waren, dass niemand den angehenden Lagfahrt- und Weltumseglern die Lust und Vorfreude verderben möchte. Trotzdem sei es wichtig, sich mit den möglichen Gefahren und Situationen zu befassen, die – und das wurde auch deutlich klargestellt – die Meisten von uns zum Glück nie erleben werden. Aber eine Sensibilierung kann nur von Vorteil sein. Der Fokus lag demnach auch weniger auf „echten“ Piraten, die Schiffe kapern und Geiseln nehmen. Konkret ging es eher um Überfälle auf See und an Ankerplätzen – Vorbeugung – Erkennen – empfohlenes Verhalten – Vorbereitung und Sensibilisierung eben.

Auch Trans Ocean kam mit einem Praxisvortrag von Dierk Ott zu Wort. Noch mehr Praxis gab es bei den Vorführungen auf einem Polizeischiff (Sirenen, Nebel) sowie der Vorstellung eines originalen Piratenbootes und Abwehreinrichtungen der Berufsschifffahrt.

Draußen…

Selbstredend kam auch der Austausch mit anderen Seglern nicht zu kurz. Jede Pause sowie natürlich die Abendveranstaltung wurden für Kontakte und Gespräche genutzt, die ganz oft mit der naheliegenden Frage begannen: „Was sind denn Eure Pläne?“.

Wir haben den Besuch jedenfalls alles andere als bereut. Auch unserere – zumindest intern berüchtigte – Liste wurde entsprechend ergänzt. So haben wir schon ein Megaphon angeschafft und werden uns noch um eine effektive Sicherung des Hecks gegen unbemerkten Zugang (z.B. durch nächtliche Schwimmer) kümmern. Unser Dank gilt den Kollegen vom Piraten-Präventionszentrum für dieses – im übrigen kostenlose! – Angebot, das wir jedem angehenden Weltumsegler nur ans Herzen legen können.

An was man nicht alles denken muss!

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